Der Freiwilligendienst in Ghana war ein ganz besonderes Jahr für mich. In dieser Zeit durfte ich nicht nur ein neues Land und eine andere Kultur kennenlernen, sondern auch persönlich an mir wachsen. Ein ganzes Jahr weg von Zuhause, fern vom gewohnten Alltag in Deutschland und hinein in eine völlig neue Umgebung, war sowohl eine Herausforderung als auch eine große Bereicherung.
Alltag und Projektarbeit
Mein Alltag in Ghana unterschied sich stark von dem in Deutschland. Ich hatte mir eine feste Morgenroutine angewöhnt, die aus Frühstück, etwas Zeit zum Lesen und der Vorbereitung für mein Projekt bestand. Am Nachmittag ging es in die Schule, wo ich mit der Filmgruppe arbeitete. Gemeinsam besprachen wir Abläufe, probten Szenen oder filmten für anstehende Projekte. Auch wenn wir im Projekt nicht immer so weit kamen, wie ich es mir erhofft hatte, machte die Zusammenarbeit großen Spaß und ich konnte viele Erfahrungen im kreativen Bereich sammeln. Nach der Schule verbrachten wir häufig Zeit mit Kindern aus der Nachbarschaft. Wir spielten Karten, halfen bei den Hausaufgaben oder verbrachten einfach gemeinsame Zeit. Abends wurde gekocht, aufgeräumt und später hatte ich Zeit für mich, um kreativ zu sein oder zu entspannen.
Erfahrungen und Neues
Besonders beeindruckt haben mich die Vielfalt der Kultur, die bunte Kleidung, die Sprache, das Essen und die Herzlichkeit der Menschen. Gleichzeitig habe ich viel über mich selbst gelernt: Geduld, Flexibilität und die Fähigkeit, mich auf Neues einzulassen. Ich habe gemerkt, dass ich mich gut an fremde Umstände anpassen kann, aber auch, dass es manchmal schwerfällt, mit Unsicherheiten umzugehen. Zu meinen Stärken zähle ich heute meine Offenheit und mein Durchhaltevermögen. Ich durfte so viel Erleben, wodurch das Jahr wie im Flug verging. Umso mehr bin ich dankbar für das Jahr.
Erwartungen und Überraschungen
Vor Beginn des Jahres konnte ich mir nicht genau vorstellen, was mich erwartet. Ich hatte keine hohen Erwartungen und wollte das Jahr einfach auf mich zukommen lassen. Ghana hat mich dabei nicht enttäuscht – im Gegenteil: Ich war überrascht, wie schnell ich mich einleben konnte und wie viel Freude es mir gemacht hat, Teil einer anderen Gemeinschaft zu werden. In diesem Jahr hatte ich auch das große Glück, viele wunderbare Menschen kennenzulernen. Neben den Mitfreiwilligen, mit denen ich wertvolle Erfahrungen teilen konnte, durfte ich auch echte Freundschaften mit Ghanaerinnen und Ghanaern schließen. Diese Begegnungen haben meinen Aufenthalt besonders bereichert, weil sie mir nicht nur Einblicke in die Kultur und Lebensweise gaben, sondern auch zu echten zwischenmenschlichen Verbindungen führten, die über das Jahr hinaus bestehen bleiben.
Auswirkungen und Chancen
Der Freiwilligendienst hat meine Sichtweise erweitert und wird sicher auch meine zukünftige Berufs- und Studienwahl beeinflussen. Besonders im kreativen Bereich, etwa Film und Fotografie, habe ich neue Motivation gefunden, mich weiterzuentwickeln. Die Erfahrungen haben mir gezeigt, dass ich gerne in internationalen Kontexten arbeite und dass ich meine neu gewonnenen Interessen – vor allem im Bereich Medien – noch vertiefen möchte.
Empfehlung
Ich würde den Freiwilligendienst jederzeit weiterempfehlen, besonders an Menschen, die offen für Neues sind, bereit sind, sich Herausforderungen zu stellen, und die Lust haben, ihren Horizont zu erweitern. Das Jahr hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Zusammenfassend war mein Freiwilligendienst ein prägendes Erlebnis, das mich persönlich wachsen ließ, mir neue Türen geöffnet hat und an das ich mich noch lange erinnern werde.
Finn
