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Culture Shock und Reverse Culture Shock

Astrid, College-Aufenthalt in England

Jahresprogramm "Worthing College, Worthing" ab Sommer

Ich habe 1 Jahr in England verbracht.

Zur Vorbereitung auf meinen Austausch kann ich sagen, dass mir das von Kultur Life durchgeführte Orientierungsseminar sehr gut gefallen hat. Es gab viele Informationen aber auch viel Freizeit. Allerdings fühlte ich mich auf bestimmte Themen, wie zum Beispiele den Umgang mit Heimweh oder den Alltag im Ausland nicht genügend vorbereitet.

Meine Schule hat mir zum Schluss sehr gut gefallen, am Anfang hatte ich aber einige Schwierigkeiten. Ich hatte mir die Schule aus den vorherigen Beschreibungen ganz anders vorgestellt. Die Wahl von nur vier Unterrichtsfächern, die Examen und die vielen Pausen die ich hatte, waren zunächst sehr verwirrend. Außerdem war es sehr schwierig an den Freizeitaktivitäten teilzunehmen, da viele gar nicht oder nur zu ungünstigen Zeiten stattfanden.

Ich war erst etwas traurig, dass ich einige Fächer, die ich gern besucht hätte, nicht bekommen habe. Die englische Schule hat die Austauschschüler manchmal falsch eingeschätzt, sodass ich zum Beispiel keine Zusatzfächer belegen konnte, als mir ein bisschen langweilig war. Auch die Beratung in der Schule war nicht so umfangreich. Mir wurde nicht viel über die Inhalte der Fächer die ich belegen sollte gesagt. Trotzdem war ich am Ende mit meinen Fächern sehr glücklich.

Die Lehrer waren alle sehr freundlich, ich hatte viel Spaß und habe viel gelernt. Besonders psychology, ein Fach das bei mir in Deutschland nicht angeboten wird, fand ich toll. Zunächst war der Unterrichtsstoff sehr schwierig für mich und die Engländer hatten mehr Vorkenntnisse als ich. Ich habe mich aber schnell eingearbeitet und auch festgestellt, dass viele Engländer wenig für die Schule tun. Besonders der Spanischunterricht dort hat mir sehr weitergeholfen.

Es gab drei große Sportzentren in denen man verschiedene Sportarten ausüben konnte. Die meisten Gastfamilien sind dort angemeldet und können einen in die Mitgliedschaft aufnehmen.

Ansonsten habe ich nicht viel Sport gemacht. Es gab aber auch viele andere Möglichkeiten für außerschulische Aktivitäten. Von meinem Ort aus konnte man sehr gut nach Brighton und London fahren und dort Dinge unternehmen. Außerdem konnte man ans Meer gehen, es gab viele nette Restaurants, Kinos und Bowlingcenter. Ansonsten konnte man sich auch einfach mit Freunden treffen. Bei mir gab es in der Nähe auch noch eine Organisation die Ausflüge in ganz England organisierte.

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich gut verstanden. Es gab keinen Streit, aber die Auffassung von Familienleben zwischen ihrer und meiner deutschen Familie haben sich stark unterschieden. Wir haben nur zwei Mal etwas zusammen unternommen.

Die Gasteltern hatten selbst viele Termine und haben mich deshalb am Wochenende relativ häufig allein gelassen. Unterhalten haben wir uns deswegen oft nur beim gemeinsamen Essen und manchmal am späten Nachmittag oder Abend. Trotzdem war der Umgangston immer sehr freundlich und die Atmosphäre gut, sodass ich mich wohl fühlte. Mit der Zeit hatte ich viele Freunde, sodass ich mehr Zeit mit denen verbrachte, als allein zu Hause.

Die Freunde, die ich in England kennengelernt habe, kamen aus den verschiedensten Ländern und ich möchte auf jeden Fall mit ihnen in Kontakt bleiben!

Es war erst gar nicht so leicht, Leute kennenzulernen. Aber dann habe ich gemerkt, dass man einfach offen sein muss und auch mal auf die Leute zugehen muss. Dann habe ich auch mal Leute eingeladen oder gefragt, ob wir was unternehmen wollen und so ging es dann recht schnell, Freunde zu finden.

Mein Betreuer in England hat sich zwar gut um mich gekümmert, er ist aber nicht so sehr auf persönliche Fragen oder Probleme eingegangen. Dafür konnte ich darüber gut mit einigen Lehrern reden.

Allerdings hatte ich zwischendurch auch sehr große Probleme, bei denen mir die Lehrer nicht helfen konnten. Ich hatte sehr großes Heimweh. Deswegen bin ich in den Schulferien nach Hause gefahren, habe mit meiner Familie und meinen Freunden gesprochen und versucht, sehr viel zu unternehmen und viele Leute zu treffen. Ich hätte mir gewünscht, mehr mit meiner Gastfamilie in England zu unternehmen. Dafür habe ich aber viele tolle Freundschaften geschlossen. Nur gerade am Anfang, wenn man noch keine Freunde hat, wäre es wichtig gewesen, mehr mit meiner Gastfamilie zu unternehmen.

Um Kontakt zu meiner eigenen Familie zu halten, habe ich mir eine englische SIM Karte gekauft. Dann konnte ich mit meinem o2 Angebot 60 Minuten frei nach Deutschland telefonieren und günstige SMS verschicken. Außerdem habe ich meinen Laptop aus Deutschland mit nach England genommen. So konnte ich mit Freunden skypen, Filme gucken, Musik hören oder Nachrichten verfolgen. Außerdem war er sehr nützlich zum Hausaufgaben machen, wobei ich dazu auch einen Computer in der Schule nutzen konnte.

Zum Thema Taschengeld habe ich die Erfahrung gemacht, dass man ca. 250 Euro im Monat braucht. Manchmal aber auch weniger. Ich musste mir gerade mittags etwas zu essen kaufen und habe später auch viel mit meinen Freunden unternommen. Außerdem sind Lebensmittel allgemein recht teuer in England, besonders Obst und Fleisch.

Zurück in Deutschland habe ich dann den reverse culture shock schon ziemlich stark gespürt. Ich hatte das Gefühl, mich gerade so richtig in England eingelebt zu haben und dann, hier in Deutschland, habe ich meine englischen Freunde sehr vermisst. Außerdem war es schwierig, mich wieder an meine Freunde und auch an meine Familie zu gewöhnen. Es war komisch wieder in Deutschland zu sein und alles wieder so zu machen, wie vor meiner Abreise. Ich war hier quasi wieder neu, so wie auch in England am Anfang. Geholfen hat mir dann wieder viel zu unternehmen, nicht zu viel allein zu sein und mich abzulenken.

Astrid


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