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In jeder Jahreszeit eine andere Sportart

Levke, ein halbes Jahr in Minnesota

Semester-Programm "USA Classic" ab Januar in Minnesota

Als ich mich entschieden habe in die USA zu gehen um dort ein halbes Jahr zu verbringen, habe ich natürlich, wie sicherlich fast jeder von euch, gehofft, dass ich in die Sonne komme. Mich traf es ganz anderes, ich wurde nach Brainerd, Minnesota geschickt. Minnesota ist der zweit kälteste Staat hinter Alaska, hat aber auch einen warmen Sommer.

Ich kam am Freitag, den 22. Januar auf dem kleinem Flughafen in Brainerd an. Das Wetter war schrecklich, es hat ziemlich stark geregnet und es war so kalt draußen, dass es gleich auf dem Boden gefroren ist, somit waren die Strassen glatt wie eine Schlittschuhbahn und meine Gastmutter sagte zu mir, dass ich meine Füße als Schlittschuhe nutzen müsse um voran zu kommen. Auf dem Weg zu unserem Haus kam ich mir verloren vor, meine Gastschwester, ihr Freund und meine Mutter redeten und redeten und hatten Fragen, doch ich konnte kaum etwas verstehen, da die Leuten hier sehr viel Slang und einen kanadischen Akzent haben. Dieses Problem legte sich jedoch schnell, denn jetzt, nach 5 Monaten fällt es mir deutlich schwerer Deutsch zu sprechen und meine Freunde zu Hause sagen sogar mein Deutsch ist schlecht geworden.

Am Montag war auch schon mein erster Schultag. Ich war aufgeregt, jedoch wusste ich dass es noch jemand aus Deutschland gibt, das beruhigte mich ein wenig. In der Schule angekommen, durfte ich mir dann meine 6 Unterrichtsfächer aussuchen. In Amerika hat man jeden Tag die gleichen Unterrichtsfächer für ein halbes Jahr und dann bekommt man neue. Danach wurde ich dann in der Schule rumgeführt . Meine Schule ist riesig, wir haben 460 Schüler die dieses Jahr ihren Abschluss bekommen, und auch die anderen Jahrgänge haben ungefähr 400 Schüler. Meine Mitschüler waren alle super freundlich und offen, das hat mich echt erleichtert.

Wir sind hier insgesamt 10 Austauschschüler und seit dem ersten Tag echte Freunde. Mein größtes Problem war jedoch mein Locker, ich habe es die erste Woche einfach nicht hinbekommen den zu öffnen und musste immer jemanden um Hilfe fragen, doch wenn man erstmal den Dreh heraus hat, ist es leicht. Ich fühlte mich wie in einem dieser amerikanischen High School Filme die wir aus dem Fernsehen kennen, es war und ist alles genauso.

Ganz besonders ernst wird es hier genommen, wenn man in einem Sport ist. Es gibt hier die Frühlings, Herbst und Winter Saison und man hat in jeder Jahreszeit eine andere Sportart. Was sich jedoch nicht ändert ist, dass jeden Tag nach der Schule 2 Stunden trainiert werden. Der "School Spirit" ist unglaublich, jeder unterstützt jeden und man feuert sich gegenseitig an, dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich, es bringt soviel Spaß.

Vor kurzen hatten wir Prom, das ist sowas wie ein Abschlussball und für viele das wichtigste Ereignis im Jahr, einige Freunde und ich, haben uns eine Limosine dafür geliehen, das war ziemlich cool, ich wünschte wir hätten sowas in Deutschland.

Jedoch vergeht die Zeit viel zu schnell, in einer Woche habe ich meine Graduation hier und dann geht's auch schon bald wieder zurück nach Deutschland. Ich denke ich kann sagen, ich hatte hier die besten 6 Monate meines Lebens und habe hier ein zweites Leben, mit einer Familie und Freunden die ich genauso liebe wie die in Deutschland.

Ich kann jeden nur empfehlen dieses Schritt zu wagen, denn man sammelt Erfahrungen fürs Leben.

Levke


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