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Meine Gastfamilie war total herzlich und hat mich gleich umarmt!

Elena's Zeit in St. Paul, Minnesota

April – ein Monat voller glücklicher Momente...

Ich weiß wirklich nicht, wo ich anfangen soll. Also fang ich einfach mal mit einem eigentlich ganz normalen, aber doch irgendwie besonderen Sonntag an. Morgens sind Sarah und ich früh aufgestanden, weil wir am Abend zuvor auch recht früh ins Bett gegangen sind. Dann haben wir Waffeln zum Frühstück gegessen und Schokokuchen gebacken. Danach sind wie immer um 11 Uhr zum Gottesdienst gegangen. An diesem Sonntag war ein Gastredner von einer anderen Kirche da und er war echt  lustig. Er hat uns von seinen fünf Töchtern erzählt und dass seine Frau jetzt (endlich!) einen Jungen erwartet. Außerdem hat er gesagt, dass alle finden, dass die Ultraschallbilder wie er aussehen.Als wir nach Hause gekommen sind, hat unser Gastvater, der beim früheren Gottesdienst war, uns mit dem Mittagessen erwartet: Einfach perfekt gegrillte Burger! Während der Rest der Familie kurz weggefahren ist, um Fotos für eine Eiskunstlaufshow machen zu lassen, haben Sarah und ich ein bisschen im Garten geholfen und eine Spaziergang mit dem Familienhund gemacht, weil das Wetter endlich, endlich gut ist: Sonne und über 20°C!  Unser  Gastvater ist etwas früher heimgekommen und wir haben Fotos von seinem 80er Hairstyle und uns gemacht.

Nach dem Abendessen sind wir zu Frozen Jogurt gefahren und haben ganz viel Eis gegessen. Einfach ein perfekter Tag!

 Außerdem bring ich Sarah jetzt Deutsch bei und sie ist echt erstaunlich gut. Leider muss ich zugeben, dass ihre Versuche mir Koreanisch beizubringen, kläglich scheitern.

MinneapolisAn einem Samstag im April habe ich mit Sarah einen Ausflug in die Bibliothek von Minneapolis gemacht – es war echt interessant und richtig modern. Wir haben dann Fotos mit uns und Buchtiteln, die zu uns passen, aufgenommen. Ja, wir wissen, wie albern wir sind...

Ein anderes Event im April war der Spring Dance, ein perfekter Abend für Klatsch und Tratsch, wenn ich das mal so sagen darf. Die Schule hat an diesem Tag, einem Freitag, früher aufgehört. Also konnte ich mit meinen Freundinnen nach der Schule in die Mall of America gehen. Dann sind wird direkt zu einer Freundin gegangen, um dort zu Abend zu essen und uns fertig zu machen. Ihre Gastmutter hat uns zur Schule gefahren, wo der Dance stattgefunden hat. Ich weiß nicht woran es liegt, aber momentan ist es so, als wären Paarungshormone in der Luft. Es bilden sich unglaublich viele Paare, vor allem unter den Asiaten.  Bei Dances ist es offiziell nicht erlaubt sich zu küssen, also trennen Lehrer die Leute, die sich küssen. Um das zu verhindern, bilden alle einen Kreis um die sich Küssenden, damit die Lehrer es nicht sehen. Es war auf jeden Fall lustig bei so etwas zuzusehen.

Im April war ich auch noch bei einem Chili Con Carne Testessen für einen wohltätigen Zweck. Wir konnten zwischen vier verschiedenen Sorten wählen und so viel essen wie wir wollten.

Die Schule ist im Moment ein bisschen stressig, weil wir die letzten Tests vor den Finals (die Tests an den letzten zwei Schultagen) haben.

Doch leider ist das Wetter dann wieder kälter geworden und wir hatten über zwanzig Zentimeter Schnee. An dem Tag waren dann auch noch unsere Gasteltern nicht da, d.h. Sarah und ich müssen zur Bushaltestelle laufen und das heißt auch – wir müssen eine Stunde früher aufstehen… Schlussendlich haben wir auch nicht die richtige Bushaltstelle gefunden und die Busse waren so langsam, weil die Straßen nicht geräumt waren. An diesem Tag sind wir über eine Stunde zu spät gewesen, was uns aber nicht weiter gestört hat. Abends haben Sarah und ich uns dann Curry gekocht, weil wir ja allein waren. Es war unglaublich lecker.  

Das Wetter ist dann aber schnell besser geworden und an Ostern hatten wir 25°C und Sonnenschein. Ostern ist hier ziemlich ähnlich wie in Deutschland. Man färbt Ostereier, isst Schokoladenhasen, geht in die Kirche und hat ein besonderes Sonntagsessen. Also einfach super!

Ansonsten war ich im April noch auf einem Lacrosse-Game mit Freunden. Das hat so viel Spaß gemacht, auch wenn das Team, für das wir waren, leider verloren hat. Die Stimmung war trotzdem super. Immer wenn die Minnesota Swarms ein Tor gelandet haben, ist jeder aufgestanden und hat einen verrückten Tanz gemacht. Und natürlich gab es noch Sachen wie die La Ola Welle, Knutsch Kamera und gute Musik. Go Minnesota Swarms!

 Danach habe ich dann bei meiner amerikanischen Freundin Rachell übernachtet. Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen mit ihrer Familie in die Kirche gehen, aber weil das Wetter echt schlecht war und wir alle erkältet waren, haben wir nur ein bisschen bei ihr gechillt. Ihre Eltern waren voll nett und haben mich extra nach Hause gefahren, obwohl ich 45 Minuten weit weg wohne.

Das letzte bedeutende Ereignis im April war Sarahs 18-ter Geburtstag. Wir sind zu Famous Dave’s gegangen und haben unglaublich gute Spare-Ribs gegessen. Zuhause gab’s Cupcakes, Muffins und Kuchen. Für sie ist der 18te nicht so wichtig, weil man in Korea erst mit 19 volljährig ist, aber wir hatten trotzdem total viel Spaß!

März

Der Monat März war das Ende der ersten Hälfte des zweiten Semesters und somit für mich Halbzeit. Was soll ich sagen, es fühlt sich irgendwie an, als würde mir die Zeit durch die Finger rennen, weil ich so viel Spaß habe und jeden Tag etwas Neues erlebe.

Im März habe ich einiges unternommen, aber ich war leider auch viel mit der Schule beschäftigt, weil die Lehrer uns noch massenhaft Tests vor den Frühlingsferien (Spring Break) schreiben ließen. Das heißt z.B., dass ich am Donnerstag vor den Ferien drei große Tests in Human Geography, Algebra 2 und in Honors English hatte. Das war wirklich anstrengend, weil am Freitag auch noch ein Projekt fällig war, das fast die Hälfte meiner bisherigen Gesamtnote in World Literature ausmacht und aus  über 1000 Wörtern, einer Zeichnung und einer CD besteht.

Generell kann man sagen, dass die Schule (obwohl es eine Privatschule ist) hier einfacher ist, aber sie ist auch viel mehr Arbeit ist, weil auch Hausaufgaben benotet werden, und man kann generell nicht mehr als eine 4 bekommen, wenn man seine Hausaufgaben nicht macht.

Diesen Monat habe ich nichts so wirklich Aufregendes erlebt, aber ich hatte viele schöne kleinere Erlebnisse, wie z. B.  mit meinem Gastvater Schlittschuhlaufen oder Spazieren gehen, ich war mit meiner koreanischen Gastschwester in der Mall, mit Freunden oder meiner Familie im Kino oder ich wurde gemeinsam mit meiner koreanischen Gastschwester von unserer 13-jährigen amerikanischen Gastschwester geschminkt. Oh ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass meine koreanische Gastschwester und ich zusammen einen Schneemann gebaut haben.

Touristisch habe ich von der Minneapolis/St. Paul noch nicht wirklich viel gesehen, weil es 1,5 Stunden dauert nach Downtown zu fahren und das ist irgendwie echt anstrengend, wenn man die Strecke eh schon immer Montags bis Freitags fahren muss. Aber ich war ein Mal in einem Museum (Science Museum of Minnesota). Ein anderes Mal haben meine Gastschwester und ich versucht zum Minneapolis Institute of Arts zu kommen, sind aber leider in den falschen Bus gestiegen (die Busse waren sich aber auch echt ähnlich) und wir sind in irgendeiner komischen Gegend rausgekommen. Wir haben dann sofort den ersten Bus in Richtung Zuhause genommen.

Wir hatten hier Zeitumstellung, was bedeutet, dass es manchmal, wenn wir um 17:30 Uhr nach Hause kommen, noch hell ist! Wir merken hier jetzt langsam auch ein bisschen was vom Frühling, denn – man glaubt es kaum – hier gab es ein paar Tage, an denen es warm genug war, um ein bisschen Schnee schmelzen zu lassen. Das heißt wir haben jetzt nur noch 30 Zentimeter Schnee und keinen ganzen Meter mehr. Das bedeutet aber nicht, dass es sehr viel wärmer geworden ist: -19°C.

 Dass der Frühling kommt, merkt man hier auch daran, dass mehr Tiere zu sehen sind. So hab ich z. B. amerikanische Eichhörnchen, Truthähne, Adler und Gänse in freier Wildbahn, also bei uns im Garten, gesehen.

Ansonsten verbringe ich ja die meiste Zeit in der Schule. Ein paar Highlights aus meinem Schulalltag: Wir haben kürzlich einen Ausflug ins History Theater gemacht und uns ein Theaterstück angesehen. Das hat echt Spaß gemacht, einfach weil es mal was anderes war. Ich bin jetzt im Film Club. Das ist ein Club, der sich zwei Mal die Woche nach der Schule trifft und wo wir uns gemeinsam qualitativ hochwertige und preisgekrönte Filme ansehen. Es ist auch echt lustig, weil man neue Leute kennenlernt und wir zusammen auch echt viel lachen.

Es war ?-day/Pi(e)-day. Ihr wisst schon – das Datum 03/14/14 und Pi ist 3,14. Deswegen konnten wir im Mathe Unterricht Pies essen. Wir konnten drei verschieden Sorten (Apfel, Kirsche und Kürbis) probieren.

Wo wir schon vom Essen reden: Es ist hier einfach wirklich lecker (letztens habe ich mit meiner Familie in Deutschland geskyped und sie haben mich gefragt, ob ich auch was anderes als essen macheJ). Hier ein paar Beispiele meiner kulinarischen Erfahrungen: Rib-Eye Steak, Pancakes, Cheesecake, Burgers, Chocolate Fondue, Bacon, Bagel, Corndogs, Chocolate Cake (ich hab ihn zusammen mit meiner Gastschwester gebacken), Apple Pie, Sloppy Joe, American Chinese Food, Spare Ribs,…

Aber ich habe hier nicht nur amerikanisches Essen, sondern habe schon für meine Gastfamilie deutsches Essen gekocht. Das eine Mal gab es Rinderrouladen und ein Mal haben wir im Kaminfeuer Stockbrot gemacht. Es hat auch wirklich saulecker geschmeckt...

Im Moment genieße ich meine einwöchigen und einzigen Ferien (Springbreak) während meines Aufenthalts hier. Was soll ich sagen: Ich habe einen großen Teil der Zeit zusammen mit meiner Gastschwester fernsehend und im Schlafanzug verbracht.

Dieses Wochenende kam noch eine ehemalige Gastschülerin aus China von meiner Gastfamilie zu Besuch und wir hatten alle richtig viel Spaß zusammen.

Februar

Mein Geburtstag war an einem Freitag. Am Morgen haben mir meine Gastschwester und meine Gastmutter gratuliert, ansonsten war eigentlich nichts Besonderes an diesem Tag, weil meine Gasteltern eine Veranstaltung von der Kirche aus hatten. Am Samstag allerdings haben wir meinen Geburtstag richtig groß gefeiert mit Geschenken, Kuchen und Essen gehen. Wir sind zu „Famous Dave’s“  gegangen und es ist einfach nur super! Das ist ein Restaurant, das total typisch ist, mit Neonanzeigen und Südstaaten Essen. Wir haben einen Familien Festmahl, bestehend aus verschiedenen Arten Spareribs und Fleisch, bestellt und das wurde in dem Deckel von einer alten Metallmülltonne serviert! Es war einfach nur ein tolles Erlebnis!

Am Sonntag war Super Bowl – das letzte Spiel der National Football Leage (NFL) und das ist hier eine richtig große Sache. Sogar in der Kirche haben alle Leute Footballkleidung getragen. Vor der Kirche wurde bei -25°C draußen gegrillt und der Gottesdienst war wie ein Footballspiel aufgebaut.

Am Abend kamen dann ganz viele Freunde zu Besuch, wir haben zusammen ganz viel Chili con Carne gegessen und Football geschaut. Auch wenn die meisten von uns Football nicht verstehen (meine koreanische Gastschwester und ich) oder nicht so sehr mögen (vor allem die Mädels), haben alle mitgeschaut und vor allem die Werbung, das wirklich Spannende, bewundert. Die Werbespots während des Super Bowls sind nämlich alle neu. Alles in allem: ich liebe Super Bowl!

Im Februar habe ich so langsam meine Schulroutine gefunden und deswegen schreibe ich jetzt mal ein bisschen über den Schulalltag an einer internationalen Schule, der St. Paul Preparatory School. Also meine Schule ist mitten in Downtown St. Paul, im höchsten Gebäude, der Hauptstadt von Minnesota. Es ist eigentlich eine extrem kleine Schule für amerikanische Verhältnisse: Wir haben nämlich nur 180 und nicht 3000 Schüler. Die Schüler kommen aus 20 verschiedenen Ländern und es ist echt interessant etwas über so viele Kulturen zu erfahren.

Wir haben hier A-Days und B-Days. An A-Days haben wir immer die gleichen vier Fächer und an B-Days haben wir auch immer die gleichen vier Fächer (aber andere als am A-Day). Meine Unterrichtsfächer sind:

- Honors English

   ein etwas schweres Englischlevel, wir lesen und schreiben hauptsächlich englische Texte und reden darüber

- World Literature

   im Moment lesen wir Balzac and the Little Chinese Seamstress, ein chinesisches Buch in Englisch und analysieren es.

   Später im Jahr werden werden wir auch noch afrikanische Literatur behandeln

- World History

   das meiste habe ich in meiner deutschen Schule schon gelernt, aber es ist echt interessant von welchem Standpunkt sie die Geschichte hier erzählen und von welchem sie in Deutschland erzählt wird

- Word Dance and Movement

   mein absolutes Lieblingsfach! Es macht einfach nur Spaß zusammen zu tanzen (wir sind alle nicht wirklich gut).

   Wir sind 6 Mädchen in dem Kurs und haben allein deswegen jede Menge Spaß

- Honors Speech

   wir diskutieren die meiste Zeit oder stellen Zeitungsartikel vor – später im Jahr wollen wir debattieren

- Human Geography

   eigentlich wie normale Geographie, nur mehr auf die menschlichen Sachen konzentriert, wie Bevölkerungsdicht, Migration usw.

- Professional Communication

   im Moment machen wir Business Letters und E-Mails

- Algebra 2

   Mathe, einerseits extrem leicht, und andererseits sehr schwer, weil die Reihenfolge ganz anders ist und man manche Sachen in der 7. Klasse schon gemacht hat, und die in den USA für alles ganz andere Methoden verwenden.

Habe ich eigentlich schon von Target erzählt?  Ich glaub nicht, deswegen fange ich jetzt Iceskating mit der Schuleeinfach mal an. Ich LIEBE Target! Das ist, falls Euch Walmart was sagt, wie Walmart, nur viel besser. Also Target ist eine Kette von riesigen Läden, die fast alles haben: Kleidung, Essen, Drogerie und viel mehr. Auf jeden Fall teilt meine koreanische Gastschwester Sarah meine Leidenschaft für Target und so fahren wir ab und an zusammen zum Target. Busfahren ist hier was ganz Besonderes, weil es echt kompliziert ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen. Man muss echt aufpassen, dass man nicht an der falschen Haltestelle aussteigt, zumal das bei -20°C echt kein Zuckerschlecken ist.

Ich mache hier aber auch lustige Sachen mit der Schule: Wir waren z.B. alle zusammen Schlittschuhlaufen im größten Outdoor-Iceskatingring der USA. Oder wir hatten ein Musical in der Schule (Aladdin).

Am 14. Februar war Valentinstag! Meine Gasteltern sind so süß und sie haben meiner Gastschwestern und mir Blumen und Schokolade geschenkt. Valentinstag wird hier viel mehr gefeiert als in Deutschland. Sogar in der Schule haben wir Karten und Schokolade bekommen und die Lehrer haben Filme mit uns geschaut, weil es ja ein Feiertag ist. Am Abend war Valentinesdance. Meine Gastschwester und ich haben uns bei einer Freundin zusammen fertig gemacht (wir hatten vorher extra neue Kleider gekauft). Es war echt lustig! Ich hatte ein Date für den Dance, aber meine Freundinnen hatten keins  - das war aber überhaupt kein Problem. Der Dance selbst hat richtig Spaß gemacht und war mehr wie eine Party.

An einem Wochenende im Februar kam die Mutter von meiner koreanischen Gastschwester zu Besuch. Sie war irgendwie ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Um mich zu verstehen, müsst ihr wissen, dass Leute in Korea Menschen mit Tieren vergleichen  (ich bin ein Golden Retriever oder eine Eule) und meine Gastschwester hat gesagt ihre Mutter ist wie eine Schildkröte. Aber in Wirklichkeit war sie gesprächig, junggeblieben und modebewusst! Auf jeden Fall haben wir viel zusammen mit ihr gemacht. Wir waren Essen, in der Mall of America und in der Stadt. Außerdem haben wir zusammen einen Spaziergang über einen gefrorenen See gemacht, auf dem Leute Icefishing waren.

Zu meiner Gastfamilie: Sie sind einfach nur super! Wir haben so viel Spaß zusammen, auch wenn sie ziemlich religiös (sie glauben wirklich an Adam und Eva) und konservativ sind (sie gehen drei Mal die Woche zur Kirche und finden How I Met Your Mother nicht angemessen). Wir gehen z.B. zusammen Feuerholz holen, danach Schlittenfahren und das macht echt viel Spaß! Außerdem haben wir zusammen Korean Rolls (ähnlich wie Sushi) zubereitet.

Zum Freunde finden: Das ist an meiner Schule nicht so schwierig, weil alle wissen, wie es ist neu zu sein und einem helfen wollen.

Zur Kälte: Es ist Minnesota. Es ist der kälteste Staat der US (kälter als Alaska) und es ist der kälteste Winter seit über 20 Jahren. Ich bin seit sechs Wochen hier und hatte vier Tage Schulfrei und ein Mal früher Schluss, aufgrund der Kälte oder des Schnees. Wenn Du rausgehst und es wirklich kalt ist (-25°C und windig), dann fühlst Du manchmal Deine kleinen Zehen nicht mehr, oder deine Beine sind so kalt, dass sie sich heiß anfühlen, wenn man ins Haus rein geht, oder wenn Du ohne Schal vorm Mund einatmest, musst du husten, weil die Luft einfach zu kalt ist.

Am letzten Wochenende im Februar hat noch eine Freundin von Sarah und mir bei uns übernachtet. Es war so lustig! Sie ist aus China und wir haben uns zu dritt gegenseitig Schimpfwörter beigebracht. Am Morgen hat unser Gastvater uns dann Pancakes mit Chocolate Chips, Blueberries und Bacon gemacht.

Das war so ziemlich alles vom Monat Februar, auch wenn ich noch viel mehr schreiben könnte.

Januar

Ich fange mal mit den Vorbereitungen an: hauptsächlich Papierkram. Bis auf das Vorbereitungsseminar, das war echt toll. Da hat man die Leute von KulturLife, mit denen man dauernd telefoniert hat, mal richtig in Natura kennengelernt. Und sie sind einfach unglaublich nett. Das war der Moment, wo ich mir sicher war, die richtige Organisation zu haben, weil es einfach persönlich ist und die Menschen einen kennen und man nicht nur eine Nummer ist. Außerdem hab ich noch viele andere Austauschschüler kennengelernt, was echt eine tolle Erfahrung war, um sich austauschen zu können.

Der Flug war ein ganz normaler Flug. Ich hab mich am Flughafen mit einem anderen Austauschschüler aus Österreich getroffen und wir haben zusammen eingecheckt. Der Abschied von meiner Familie war echt traurig, weil man weiß, dass man seine Liebsten jetzt für ein halbes Jahr nicht mehr sehen wird, aber ich hatte mir ganz fest vorgenommen nicht zu weinen – habe ich auch geschafft.

Wir sind dann zuerst nach Amsterdam geflogen. Um dort an unsere Bordkarten zu kommen, sind wir zu einer Maschine gegangen, die uns nur einen Zettel ausgedruckt hat, um zum Hilfeschalter zu gehen. Dort haben sie mir aber gesagt, dass ich keine Bordkarte bekommen habe, weil sie mir keinen Sitzplatz zuteilen konnten. Nach einiger Warterei hat aber doch alles geklappt. Der Flug von Amsterdam nach Minneapolis war ein ganz normaler Flug, nur sehr lang, mit wenig Bewegung und trockener Luft. Endlich angekommen, mussten wir zu den Costums and Immigration und ich habe dort einen Jungen aus Deutschland getroffen, der vier Jahre vorher auch Austauschschüler in Minnesota war und jetzt seine alte Gastfamilie wieder besuchte. Customs and Immigration war kein Problem, da wir als Erste da waren, somit auch als Erste fertig waren und unsere Koffer holen konnten.

Dann war es endlich so weit: Ich habe zum ersten Mal meine Gastfamilie bzw. einen Teil davon getroffen: Meine Gastmutter und meine Gastschwester. Anschließend sind wir zum Auto gegangen. Es ist Minnesota mitten im Winter und, was soll ich sagen, es war unglaublich kalt.

 Meine Gastfamilie, ein Ehepaar mit einer 13-jährigen Tochter, einem kleinen Hund und einer anderen Austauschschülerin aus Korea, hatte mir vorher schon in E-Mails geschrieben, dass wir sofort vom Flughafen zu einer Feier von der Arbeit von meinem Gastdad fahren müssen, weil er Chef in seiner Firma ist. Dort waren die Leute alle total nett, haben mich begrüßt und ich habe die ersten Amerikaner kennengelernt. Natürlich auch den Rest meiner Gastfamilie – sie waren total herzlich und haben mich gleich umarmt.

Am nächsten Tag, ein Sonntag, sind wir morgens um 11 Uhr in die Kirche gegangen. Die ist hier mehr wie ein Konzert mit moderner Musik, die allerdings christliche Texte haben. Man glaubt es kaum, aber es macht fast Spaß dort zu sein. Am Abend haben wiruns Pizza geholt und richtig typisch amerikanisch das letzte Footballspiel vor dem Superbowl gesehen.

Meine Familie ist übrigens sehr konservativ. Die finden Serien wie „How I met your mother“ und „Grey’s Anatomy“ pervers, und diverse Lieder auch. Wusstet ihr, dass es christliche Radiosender gibt? Ich wusste es nicht, bis jetzt.

Montag hat mir mein Gastdad seine Arbeit gezeigt und meine Gastschwestern, meine Gastmutter und ich sind zusammen ins Kino – in Frozen - gegangen.

Der erste Schultag: Man glaubt es kaum, aber es waren -31° Celsius - nicht Fahrenheit - ich habe es extra umgerechnet. Um in die Schule zu kommen fährt meine Hostmum meine koreanische Gastschwester und mich zur Bushaltestelle, die hier übrigens Heizstrahler haben oder indoor sind, damit man nicht erfriert. Trotzdem bringt das nicht wirklich viel. 45 Minuten sind es mit dem Bus zur Schule. Ich wohne in einem Suburb, also einem Vorort von Minneapolis bzw. St. Paul.

In der Schule ist es eigentlich echt nett, aber die ersten beiden Tage waren Orientierung. Was heißt das? Tests über Tests, um die neuen Schüler einzustufen. Vielleicht sollte ich hier mal erwähnen, dass ich auf einer internationalen Schule, der St. Paul Preparatory School, bin und die mehr als nur einen neuen Schüler zum Halbjahr haben.

Nach der Orientierung gab es dann gleich meinen ersten Tag KÄLTEFREI! Ihr glaubt gar nicht wie ich KÄLTEFREI liebe! Am Freitag mussten wir dann leider trotzdem wieder  zur Schule.

Erster richtiger Schultag heißt hier vor allem Classes – sowas wie Unterrichtsfächer, die man nicht wechseln mag. Also sind meine koreanische Gastschwester und ich zweieinhalb Stunden länger geblieben, um das hinter uns zu bringen. Da hab ich allerdings die ersten Freundschaften geknüpft – deswegen war es dann doch nicht so schlimm.

Das Wochenende bin ich in die Mall of America, die größte Mall der USA, gegangen. Es ist wirklich zum Verlaufen – unglaublich riesig!;

Am Wochenende sind wir zu Freunden von meiner Gastfamilie, die auf dem Land wohnen, gefahren. Sie leben wie im Märchen: Riesige Fenster im total teuren und geschmackvoll eingerichteten Haus mit Blick auf den verschneiten Wald mit vielen Vögeln, auch „Angry Birds“.

Montag und Dienstag hatten wir wieder KÄLTEFREI und meine Gastschwestern und ich haben den ganzen Tag ferngeschaut und uns mit Süßigkeiten vollgefuttert.

Donnerstag war das totale Schneechaos; wir mussten bei -20°C eine Stunde auf den Bus warten, der dann eineinhalb Stunden statt 45 Minuten gebraucht hat, um zur Schule zu kommen. Der Rückweg war leider auch nicht viel besser.

Elena

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