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Far Away - Ein Auslandsjahr in den USA!

Nordlichtstipendiatin Sarina, High School Jahr in Arizona

Jahresbericht - Far Away!

Am Anfang der 10. Klasse kam in mir der Wunsch auf, mich für ein Auslandsjahr in den USA zu bewerben.

Nach Gesprächen und Überlegungen in meiner Familie und einem längeren Bewerbungsprozess mit vielen Formularen, Tests und Interviews bekam ich im Mai dann einen Umschlag mit der Zusage und den Informationen zu meiner Gastfamilie:

Für mich sollte es gleich nach dem Schuljahresende am 2. August nach Surprise, Arizona, gehen.

Die folgende Zeit war gefüllt mit all den erforderlichen Vorbereitungen wie Impfungen, dem Beantragen eines Visums bei der amerikanischen Botschaft in München und einem Vorbereitungswochenende in Hannover.

Kurz vor der Ausreise bin ich dann aber doch etwas ängstlich und nervös geworden und der Abschied daheim war nicht so leicht für mich.

Meine Flugroute ging von Frankfurt über Chicago nach Phoenix, wo meine Gastfamilie schon mit einem großen Poster auf mich wartete.

Während der ersten Tage war ich sehr damit beschäftigt, mich an die Umgebung, die Sprache, die Zeit und vor allem auch die Temperaturen zu gewöhnen. Gleich in meiner ersten Woche hatten wir um die 115°F, was umgerechnet etwa 46°C sind. Das war ganz schön anstrengend.

 Bald darauf begann dann mein Schuljahr an der Willow Canyon High School. Nach       anfänglichen Schwierigkeiten habe ich mich innerhalb einiger Wochen dann aber super eingelebt. Unterrichtet wurde jeden Tag von 7.15 bis 14.15 Uhr. Jeder Schüler hat einen Stundenplan mit sechs Fächern, die täglich unterrichtet werden. Mein Stundenplan bestand aus den Fächern Englisch auf Internationalem Bachelor-Niveau, Mathematik, U.S. & Arizona Geschichte, Student Council, einer Mittagspause, Biologie und einem Konzert-Chor. Mein Lieblingsfach war definitiv Student Council, was unserer SMV am ähnlichsten ist: eine Klasse, in der wir Versammlungen, Tänze, Themenwochen, Sportveranstaltungen, den Abschlussball, eine Lehrerwoche und noch vieles mehr geplant, organisiert und veranstaltet haben.

Ein kleines bisschen hat mich das Leben an der Schule schon an Szenen aus dem „High School Musical“ erinnert. „Schoolspirit“, der Schulgeist, wird hier ganz groß geschrieben. Jede Highschool hat eigene Schulfarben, ein Maskottchen, ein „Kampflied“ und verschiedene Sportteams. An meiner Willow Canyon Highschool sind es die Farben blau und silber und das Maskottchen ist eine „Wildcat“.

Etwas fremd für mich war jedoch der schuleigene Polizist und der immer anwesende Sicherheitsdienst. Außerdem ist das komplette Gelände mit einem etwa vier Meter hohen Zaun umrandet.

Um in die Sportteams zu kommen, muss man einwöchige Try-outs durchstehen. Man wird zum Beispiel beim Trainieren beobachtet und muss verschiedene Strecken unter bestimmten Zeiten laufen. Wenn man dies gut genug schafft, wird man am Ende der Woche dann entweder in die 2. Mannschaft, das JV Team, oder die 1. Mannschaft, das Varsity Team, eingeteilt. Ich habe an den Try-outs für Fußball teilgenommen und es glücklicherweise in das Varsity Team geschafft.

Schulsportmannschaften werden hier ganz schön ernst genommen. Wir hatten jeden Tag -  trotz der Hitze - nach der Schule ein Training oder Spiele. Auch in den Ferien und an Feiertagen wurde regelmäßig trainiert. Am Ende der Saison hätten wir es sogar fast zur State-Meisterschaft geschafft.

Nach einem Wechsel der Gastfamilie am Anfang habe ich mich schnell an meine neue Gastfamilie gewöhnt und wir sind gut zurechtgekommen. Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen und haben lustige, stressige, entspannte, traurige und feierliche Momente geteilt.

Feiertage wie Thanksgiving, Weihnachten und Ostern werden hier ausgiebig zelebriert. Mit viel Dekoration, Traditionen und großen Abendessen mit der ganzen Familie.

Meine Gastfamilie war wirklich unglaublich. Mit ihnen konnte ich die verschiedensten Orte in den USA besuchen: Wir waren in Nordarizona, sind Polar-Express gefahren, haben eine Kalifornien-Rundreise im „Camper“, einem kleinen Wohnmobil, gemacht, eine Nacht in Las Vegas verbracht und einen Trip von Bosten über Connecticut nach New York unternommen.

Die größte Überraschung jedoch haben sie sich bis ganz zum Schluss aufgehoben: Etwa drei Wochen vor meiner Rückreise stand plötzlich meine Mutter aus Deutschland im Haus, um mich zu überraschen. Die ganze Aktion war seit November geplant und ich hatte wirklich keine Ahnung davon.

 Dadurch konnte meine Mutter bei meiner „Graduation“, dem traditionellen amerikanischen Schulabschluss, dabei sein und sehen wie ich hier gelebt habe und wen und was ich lieb gewonnen habe.

Im letzten Jahr hat sich mein Englisch nicht nur verbessert, es ist fast zu einer zweiten Muttersprache geworden.

Freundschaften, die ich hier geschlossen habe und Momente, die ich erleben durfte, werden immer ein Teil von mir sein.

Sarina

Die Feiertage!

Was ich in den letzten drei Monaten seit meinem ersten Bericht erlebt habe, erzähle ich euch jetzt:

Erst einmal hatte ich Ende Oktober Try-Outs für die Schulfußballmannschaft. Wir wurden eine Woche lang beim Trainieren und Spielen beobachtet und mussten verschiedene Strecken unter bestimmten Zeiten laufen. Am Ende der Woche haben uns die Trainer dann entweder in die 2. Mannschaft oder, wenn man gut genug war, in das Varsity Team eingeteilt,. Glücklicherweise habe ich es in das Varsity Team geschafft. Schulsportmannschaften werden hier ganz schön ernst genommen.

Jeden Tag findet ein zweistündiges Training statt, es gibt zahlreiche Spiele, Training in den Ferien und zusätzliche Work-out-Pläne.

Die Saison dauert noch bis Ende Januar an, dann entscheidet sich, ob wir zur State-Meisterschaft fahren dürfen.

Viel wichtiger und amerikanischer waren aber die Feiertage. Am 24. November war der typischste amerikanische Feiertag: Thanksgiving. Dieses Fest erinnert an das erste Erntedankfest der Pilgerväter. Schon am Vortag hatte ich meiner Gastmutter fleißig beim Kochen geholfen, sodass wir beim Thanksgivingdinner mit der Familie über 25 Speisen auf dem Tisch stehen hatten. Der Star war aber natürlich der traditionelle Truthahn.

Die Adventszeit folgte schnell und ich habe am Nikolaustag - wie es bei uns in Deutschland Tradition ist – die Schuhe meiner Gastfamilie mit Schokolade und anderen Kleinigkeiten gefüllt.

Am Weihnachtsabend besuchten wir zuerst die Mitternachtsmesse und schrieben danach einen Brief an Santa, der zusammen mit Keksen und Milch als Wegproviant für Santa auf den Küchentisch gelegt wurde.

An diesem Abend hat mich aber dann doch das Heimweh ein bisschen gepackt, als ich in meinem Bett lag.

Lauren, meine kleine Gastschwester, weckte mich am nächsten Morgen sehr bald und wir warteten zusammen mit meinem Gastbruder, Jacob, bis wir später zusammen mit Deb und Rob, meinen Gasteltern, ins Wohnzimmer kommen konnten.

Am Kamin hingen große Socken gefüllt mit kleinen Geschenken. Zum Frühstück gab es Zimtschnecken und Eggnog, einen amerikanischen Eierpunsch. Dann haben wir uns auf zum Weihnachtsbaum gemacht und dort Santas Geschenke geöffnet. Ich hatte noch nie zuvor so viele Päckchen auf einmal auspacken dürfen: von Parfüm und Make-up bis hin zu Kleidung und Taschen.

Im Anschluss habe ich mit meiner ganzen Familie in Deutschland geskyped, um „Frohe Weihnachten“ zu wünschen. Anschließend gab es Beefroast und Ente als Festtagsessen und ich war nochmals über Skype mit meinen Eltern und meinem Bruder verbunden, wobei ich eine Überraschung erfahren durfte: Meine Gastfamilie hatte sich mit meiner Familie in Deutschland zusammengeschlossen und mich mit einem Trip nach Kalifornien überrascht.

So haben sich meine Gastfamilie und ich am 28. Dezember aufgemacht und wir sind für fünf Tage mit einem süßen, kleinen Campingwagen über San Diego nach L.A gezogen und haben Silvester im Disneyland verbracht. Am Ende der Tour besuchten wir die berühmte Rose-Bowl-Parade.

Ich kann es kaum fassen, was für ein Glück ich mit meiner Gastfamilie habe und was ich alles erleben darf. Ich freue mich darauf, die verbleibenden fünf Monate zu genießen und euch bald mehr von meinen Erfahrungen berichten zu können.

Sarina

One, two, three Wildcats!

Hallo, mein Name ist Sarina. Im Herbst letzten Jahres habe ich mich entschlossen, für ein Jahr nach Amerika aus zu wandern.In meiner Bewerbung hatte ich mir einen sonnigen, warmen Ort gewünscht, nicht ahnend, was da auf mich zukommen könnte: Jetzt bin ich hier in Surprise, Arizona, vermutlich einem der heißesten Staaten Amerikas.

Mein Flug am 2. August hatte die Route von Frankfurt über Chicago nach Phönix, wo mich meine Gastfamilie mit einem liebevoll gestaltetem „Welcome to the USA, Sarina!“ empfing. Nach dem langen Flug und meiner Ankunft war ich erschöpft und so war an diesem ersten Abend vor allem mein Bett mein bester Freund. Jetlag habe ich aber auch an den kommenden Tagen nicht sonderlich gespürt.

Anfangs verstand ich nicht, was es bedeutete, wenn mir gesagt wurde, es ist 115° heiß. Ich konnte es nicht glauben, bis ich herausfand, dass damit Grad Fahrenheit gemeint sind und ich die Einheiten umrechnen musste. Es waren tatsächlich 46° Celsius! So eine Hitze war für mich unvorstellbar. Selbst, wenn man nur sitzt und nichts tut, kommt man ins Schwitzen.

 Am 8. August war mein Start an der Willow Canyon High School. Eine High School kann man nicht wirklich mit einer deutschen Schule vergleichen. Das Gelände ist ein richtiger Campus mit mehreren Gebäuden, einem Hof in der Mitte und einer riesigen Cafeteria. Ich hatte mir einen persönlichen Spind erhofft, wie man es in all den amerikanischen High School Filmen sieht, aber ich erfuhr schnell, dass die wenigsten High Schools solche „Locker“ haben. Allgemein ist das ganze Schulsystem anders: Es gibt keine festen Klassen, sondern Kurse. Das heißt, ich wechsele jede Stunde das Klassenzimmer und habe auch immer andere Mitschüler. Was mir besonders fremd ist, ist, dass man einen so genannten Pass vom Lehrer braucht, wenn man auch nur auf die Toilette gehen möchte. Jeden Tag habe ich alle meine Fächer: IB Englisch, Geometrie, US&AZ Geschichte, Student Council, Biologie und Konzert Chor.

Meine Freizeit verbringe ich im Moment mit viel Engagement in meiner Student Council Klasse. Student Council, was ist das? Es ist ähnlich zur deutschen Schülermitverwaltung, nur dass es hier einiges mehr zu organisieren gibt. Wir haben inzwischen schon zwei Tänze organisiert und vor zwei Wochen haben wir unsere Spirit Woche mit dem Thema „Willow likes to Party“ veranstaltet. Jeder Tag hatte ein anderes Thema, zu dem man entsprechend verkleidet in die Schule kam. Abends gab es verschiedene Angebote wie zum Beispiel das Powder Puff Football Game, bei dem die Senior Mädchen gegen die Junior Mädchen spielten und ein paar echte Football Spieler unsere Cheerleader waren. Ich war überrascht, dass an meiner Schule bisher keine „Bad-Taste-Partys“ bekannt waren. Ich habe in meiner Student Council Klasse den Vorschlag dazu gemacht und tatsächlich hatten wir dann einen „Bad-Taste-Day“ in unserer Spirit Woche. Am Freitag Abend fand dann das lang ersehnte Homecoming football Game statt, bei dem unser Team glücklicherweise als Gewinner vom Platz ging. Den Abschluss bildete dann noch der Homecoming Dance in der Turnhalle unserer Schule. Ich hatte zwar kein Date, habe es aber genossen, mit meinen Freunden zu feiern und zu tanzen.

Student Council bedeutet echt viel Arbeit, macht aber auch riesigen Spaß und man lernt super nette Leute kennen.

Mit dem Konzert Chor hatte ich letzte Woche zwei Konzerte mit amerikanischen Liedern, wie zum Beispiel eine Medley der Armed Forces Lieder.

Ich bin nun schon seit fast Monaten hier und die Zeit verfliegt blitzschnell. Ich genieße jeden Tag und freue mich, endlich wirklich angekommen zu sein.

Sarina

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